Leserstimmen

    Wolfgang I. M. D. M. SchusterS. BrunnerK. Wolfram
  • Ihr Buch ist sowohl, was die Sprache, die Kunst des Erzählens (ein Höhepunkt: die Darstellung Ihres Erlebnisses mit dem Afghanen), den Aufbau mit dem wunderschönen Schluss und insbesondere auch die aktuelle politische Botschaft betrifft, ein hervorragendes Werk, das es verdiente, auf einer Bestseller-Liste zu stehen. Besonders schön: die handelnden Personen sind nicht blauäugige „Gutmenschen“, sondern gute Menschen, die sich gleichzeitig ihren gesunden Menschenverstand bewahrt und den Bezug zur Realität nicht verloren haben. Ein Großteil der Bevölkerung denkt wahrscheinlich ebenso wie Sie; denn die Leute sind ja nicht alle blöd. In Ihrem Buch lese ich immer wieder Sätze, die unbedingt wahr sind, aber jedem gutmenschlichen Journalisten wahrscheinlich einen Stich ins gutmenschliche Herz versetzen. Wahrscheinlich kommen sie gar nicht zu jener herrlichen Stelle auf S. 145, wo Sie den Blick europäischer Männer und den muslimisch-männlichen Blick unterscheiden ...
    Wolfgang I.
  • Sie haben sich ein Thema ausgesucht, für dessen Bearbeitung man Mut braucht. Die Flüchtlingskrise – und was sie für Deutschland bedeutet – ist kein einfaches Thema. Sie haben sich dem Sachverhalt nachdenklich genähert. Und sich populistischen Verkürzungen verweigert. Dem Buch gelingt deshalb, was viele Menschen in Filterblasen und Echokammern nicht mehr können oder wollen: die Argumente ihrer Gegner in die eigenen Überlegungen einzubeziehen.
    M. D.
  • In einer Art Tagebuch-Roman erzählt Lisa Armbruster ihre Erlebnisse und Gefühle während der Einwanderungswelle 2015/2016. Sie spricht mit Freunden und Verwandten ihrer gebildeten Umgebung. Sie macht sich ihre Gedanken und schwankt zwischen der Stimme des Herzens und der Stimme der Vernunft. Es ist das Verdienst des Buches, nicht schönzufärben, sondern offen alle Probleme der Migration zu benennen. Insofern ein wichtiges und ehrliches Zeitdokument.
    M. Schuster
  • Das Buch ist eine innere Auseinandersetzung mit der Flüchtlingskrise in literarischer Form. Hier erzählt jemand eine Geschichte, die den Leser mit seinen eigenen Standpunkten zum Thema konfrontiert und ihm einiges abverlangt. Das reicht von Begriffen wie „Nächstenliebegebotsterror“ über „Empathieermüdung“ bis hin zum Bild der Piraterie „Europa wird gekapert“. Gleichzeitig ist selten warmherziger und menschlicher über die Situation der Flüchtlinge geschrieben worden. Es macht den Reiz und den Wert dieses Buches aus, dass es bis zum Schluss die Balance hält zwischen humanitär-mitmenschlichen und harten, aber ordnungspolitisch notwendigen Erwägungen. Gleichzeitig spricht es beiden Religionen, dem Christentum nicht weniger als dem Islam, die Fähigkeit ab, moralische Leitinstanzen für moderne, aufgeklärte Gesellschaften zu sein. Im Zentrum des Romans steht die umstrittene Frage, ob der Islam zu Deutschland gehört. Jens Spahn hat einmal empfohlen, man solle doch mal über die umgekehrte Frage nachdenken, ob denn Deutschland zum Islam gehöre. Der Roman von Lena Naumann tut dies, und zwar gründlich. Die Antworten, die er findet, sind oftmals (derzeit noch) höchst politisch unkorrekt, aber man kann ihnen nicht absprechen, dass sie gute Argumente auf ihrer Seite haben. Diese zu widerlegen, wird schwer werden, denn obschon der Roman kein Sachbuch, sondern ein belletristischer Text ist, merkt man, dass die politischen Hintergründe, vor denen die Geschichte spielt, genau recherchiert wurden. In einem Punkt teile ich die Meinung der Autorin allerdings nicht, nämlich ihren optimistischen Glauben, dass der mündige Bürger den Gläubigen ablösen könne. Ich denke, in diesem Punkt unterschätzt sie das Suchtpotenzial von Religion und überschätzt die Fähigkeit des Individuums, auf die „Droge Glaube“ zu verzichten. Trotzdem 5 Sterne, denn der Roman ist spannend geschrieben, authentisch und betritt wagemutig auch gedankliches Neuland. Man erhält als Leser viele neue und erhellende Denkanstöße zu einem Thema, das uns wohl noch lange beschäftigen wird.
    S. Brunner
  • Es ist ein Roman, doch hat das Buch für mich auch etwas Therapeutisches und Klärendes, denn es ermutigt dazu, die eigenen Gefühle und Empfindungen, die Meinungen und Ängste, die mit dem Thema Flüchtlingselend verbunden sind, einmal in aller Ehrlichkeit auszuloten. Lisa, die Ich-Erzählerin spricht aus, was auch mir durch den Kopf gegangen ist angesichts der Welle von Flüchtenden aus Syrien und anderen Asylsuchenden vor allem aus islamischen Ländern. Und das ist nicht immer wohlabgewogen und von durchdachter Ethik und Moral, sondern auch ratlos und voller Abwehr gegenüber fremden Sitten und Gebräuchen. Rigide Religionslehren und -praktiken gefallen mir auch nicht. Gleichzeitig ist da dieses tiefe Mitgefühl für das Leid der Menschen. Das lässt mich nicht kalt. Auch ich frage mich, was die Politik leisten muss, um ein Land gut zu regieren und die Standards hoch zu halten. Was kann eine Gesellschaft verkraften, und was heißt es für den Einzelnen, wenn Menschen einer anderen Kultur hier Schutz suchen und versorgt und integriert werden müssen? Man kann es sich leicht machen und Meinungen und Handlungen zur Flüchtlingskrise allein mit Gutmenschentum oder Fremdenhass etikettieren. Aber "Heimat suchen, Heimat finden" regt für mich auch meine eigene innere Standortsuche und Meinungsfindung an. Letztlich geht es wohl um Handlungsfreiheit jenseits von Schwarzweißdenken oder Recht-Links-Schubladen. Das Buch ist also keine leichte Kost, aber spannend zu lesen, zumal es immer die ganz persönliche Perspektive beibehält mit allen Zweifeln und Widersprüchen. Und es sich eben nicht leicht macht, wenn es darum geht, Informationen und Erfahrungen zu bewerten und für sich selbst daraus die Konsequenzen zu ziehen.
    K. Wolfram

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